Brennessel

„Was brennt um’s ganze Haus und verbrennt’s doch nicht?“

(Wolf Dieter Storl, Ethnobotaniker, Kulturanthropologe)

…natürlich, die Brennessel!

In unseren Breiten wachsen die grosse Brennessel (Urtica dioica) und die kleine Brennessel (Urtica urens):
Die alten Germanen weihten die Brennessel dem Donnergott Donar. Die heilsamen Qualitäten der Brennessel sind Legende:


Seit alters her gilt sie als vorzügliches Entwässerungs- und Blutreinigungsmittel und war daher immer in der Neunkräutersuppe enthalten, die unsere Vorfahren im Frühling aßen, nicht zuletzt, um die Frühjahrsmüdigkeit zu vertreiben. Wegen ihres hohen Eisengehaltes wurde ihr Saft allen Schwachen und Kranken empfohlen, sowie jungen Mädchen und Schwangeren.
Das gefürchtete Brennen linderte Schmerzen und Steifheit der Gelenke bei Rheuma- und Gichtpatienten dank der gesteigerten Durchblutung;
diese Behandlungsmethode (urtication) wird heutzutage wieder vermehrt mit gutem Erfolg angewandt.
Inhaltsstoffe: Flavonoide, Chlorophylle, Carotinoide, Vitamine, Mineralsalze, Beta-Sitosterin, Pflanzensäuren,
in den Brennesselhaaren Amine (Histamin)

Brennesseltee:
2 gehäufte TL Brennesselblätter mit 1/4l Wasser übergießen,
5 Minuten kochen, abseihen.

Als Kur im Zeitraum von 4-8 Wochen Morgens und Abends je eine Tasse, mäßig warm, schluckweise trinken.
(Apotheker M. Pahlow)

Eine gute Handvoll Brenneselblätter mit 1/2l Wassser, ebenfalls wie der Tee zubereitet, ergibt eine gute Haarkur, einfach nach dem Haarewaschen über die nassen Haare gießen, nicht ausspülen.

Brennesselgemüse:
Blattmasse kochen, pürieren, mit Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer,Muskat abschmecken, wahlweise Mehlschwitze, Kartoffelmehl oder Semmelbrösel
zum eindicken, evtl mit 1EL Schmand, saure Sahne oder Creme Fraiche abrunden.

Guten Appetit und viel Spaß beim experimentieren wünscht

Ihre Gärtnerei Werner